
Unveröffentlichte Langzeitstudie soll stark erhöhtes Risiko nachweisen
Wie und ob Handystrahlung der Gesundheit schadet, ist seit Jahren umstritten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) scheint jetzt jedoch zu einem erschreckenden Ergebnis gekommen zu sein. Nach einem Bericht der britischen Tageszeitung "Daily Telegraph" soll die WHO in einer Langzeitstudie ein erhöhtes Krebsrisiko durch die Nutzung von Mobiltelefonen nachgewiesen haben.
Signifikant erhöhtes Risiko
Laut der britischen Zeitung soll die Studie noch in diesem Jahr offiziell über ein Wissenschaftsmagazin publiziert werden. Über vier Jahre seien rund 12.800 kranke und gesunde Menschen in 13 Ländern nach ihren Nutzungsverhalten befragt worden. Das Ergebnis sei eindeutig gewesen: In einem ersten Vorabbericht der WHO sei von einem "signifikant erhöhten Risiko für verschiedene Hirntumore im Zusammenhang mit einer Handynutzung von zehn oder mehr Jahren" die Rede.
Wissenschaftler raten zur Vorsicht
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat 2008 eine Studie zu möglichen Gesundheitsgefährdungen durch Mobilfunkstrahlung durchgeführt. Ein mögliches Risiko konnten die Wissenschaftler auch zu diesem Zeitpunkt nicht ausschließen. Forschungsbedarf gebe es vor allem in Hinblick auf die Fragen möglicher Langzeitrisiken für Handynutzungszeiten von mehr als zehn Jahren - diese Lücke könnte der Bericht der WHO damit in Kürze schließen.
Quelle:
http://www.inside-handy.de/news/16656.html
Andere Quellen dazu:
http://www.derbund.ch/digital/mobil/So-gefaehrlich-ist-Handystrahlung/story/24217962
Der Artikel des «Daily Telegraph» schlug ein wie eine Bombe. Die Zeitung schrieb über ein signifikant erhöhtes Risiko für verschiedene Tumore im Zusammenhang mit einer Handynutzung von zehn oder mehr Jahren (DerBund.ch/Newsnetz berichtete).
Der «Daily Telegraph» beruft sich dabei auf eine von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beaufsichtigte Langzeitstudie – über vier Jahre lang wurden dazu rund 12'800 Menschen in 13 Ländern nach ihren Handynutzungsgewohnheiten befragt, darunter sowohl Tumorpatienten als auch gesunde Nutzer. Mittlerweile haben Medien- und Medizinportale auf der ganzen Welt den Inhalt des Vorberichts aufgegriffen.
Bei intensivem Gebrauch von Handys besteht demnach – im Vergleich zu Wenigtelefonierern oder Handylosen – eine um 50 Prozent erhöhte Wahrscheinlichkeit, an Kehlkopfkrebs zu erkranken. Bei unter 20-jährigen Handynutzern besteht ein fünfmal höhere Risiko, vor dem 29. Altersjahr einen Gehirntumor zu entwickeln.
Auch südkoreanische und israelische Forscher warnen
Erst vor wenigen Tagen publizierte das «Journal of Clinical Oncology» die Ergebnisse einer Meta-Studie von südkoreanischen und amerikanischen Wissenschaftern. Diese berichten von einem 10 bis 30 Prozent erhöhten Tumorrisiko bei Menschen, die regelmässig oder häufig mobil telefonieren, im Vergleich zu Handyverweigerern. Bereits letztes Jahr sorgte eine israelische Studie für Aufsehen, die auf einen Zusammenhang zwischen Tumoren der Ohrspeicheldrüse und häufigem Gebrauch von Mobiltelefonen hinwies.
Für die Leiterin des WHO-Projektes, die Medizinerin Elisabeth Cardis, ist klar, welche Konsequenzen gezogen werden müssen. «Ich befürworte einschränkende Massnahmen bei Kindern.» Auf Mirror.co.uk wird Siegal Sadetzki, ein Mitarbeiter der Untersuchung, mit folgenden Worten zitiert: «Die meisten Studien, unsere inbegriffen, zeigen, dass bei jahrelangem Gebrauch etwas passiert. Warum sollten wir nicht ganz einfache Massnahmen ergreifen, um die Strahlenbelastung zu reduziern – einfach, um sicherzugehen?»
Lotus-online.de hat bereits vor Monaten auf das Risiko hingewiesen:
Die Bandbreite informiert über Handystrahlung
"20 Minuten online" rät zu folgenden Maßnahmen;
Was kann die Politik tun?
Die Bevölkerung muss dringend besser informiert werden. Gerade Kinder und Jugendliche wissen viel zu wenig über die Gefahren Bescheid. Zudem muss sich die Schweiz international dafür einsetzen, dass strahlenarme Handys auf den Markt kommen.
Was kann der Handy-Benutzer selbst beitragen?
Er soll wenn möglich ein Headset benutzen, nur bei gutem Empfang telefonieren, kurze Gespräche führen, sich ein strahlungsarmes Handy kaufen und dieses beim Verbindungsaufbau nicht an den Kopf halten. Allgemein rate ich, das Handy nur zu benutzen, wenn es nicht anders geht.
Wir empfehlen unseren Lesern über die nutzung von Mobilfunkgeräten gänzlich nach zu denken. Ein Leben ohne Handy ist auch heute noch möglich. Auch W-Lan sollte man aus geschaltet lassen, wenn man nicht dringend drauf angewiesen ist. Insbesondere sollten Kinder vor der Technik geschützt werden.